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Macht man sich selbstständig oder übernimmt unternehmerische Verantwortung, egal ob im Rahmen einer Unternehmensnachfolge, einer (Neu-) Existenzgründung oder einem Unternehmenskauf, sollte man sich immer der Chancen und Risiken bewusst sein und sicherstellen, dass sich das Unternehmertum auch lohnt. Mut, Risikobereitschaft, Durchsetzungsvermögen, Engagement und Aufopferungsbereitschaft für den Betrieb sind wichtige Eigenschaften, die einen Unternehmer ausmachen. Überstunden, existenzielle Risiken, oft kein oder wenig Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und der Unternehmer im Dauereinsatz – auch das gehört dazu.
Wenn man sich in das „Abenteuer Selbstständigkeit“ stürzt, sollte man vorher gründlich kalkulieren, ob es sich finanziell lohnt. Auch als Unternehmer muss man Rechnungen bezahlen und braucht ein gewisses Gehalt auf dem Konto. Steuerliche Aufwendungen und Sozialabgaben fallen in ganz anderer Höhe an als für klassische Arbeitnehmer. Dementsprechend muss man diese Abgaben, die man in der Selbstständigkeit tätigen muss, mit einrechnen – seien es Sozialabgaben, laufende Kosten für Miete oder Strom oder Aufwendungen für Versicherungen. Mit der Rechnung, dass der monatliche Gewinn einem durchschnittlichen monatlichen Bruttogehalt eines Angestellten entsprechen sollte, wird der Unternehmer kaum über die Runden kommen. Auch die unternehmerischen Risiken sind nicht abgedeckt. Was passiert, wenn der Unternehmer Urlaub macht oder gar krankheitsbedingt ausfällt? Auch dies sollte in der Kalkulation in Form eines Risikozuschlags mit eingerechnet werden. Sollte das Unternehmen mittelfristig nur rentabel sein, solange man ohne Urlaub, ohne Ausfall und mit massiven Überstunden arbeiten kann, dann ist es vermutlich nicht das Richtige.
Speziell wenn man ein bestehendes Unternehmen übernimmt, sollte vor der Übergabe kalkuliert werden, wie für beide Unternehmer eine finanziell attraktive Lösung gefunden wird. Fragen der Vorsorge im Alter muss sich jeder Unternehmer stellen. Eine feste Rente aus der selbstständigen Tätigkeit erhält er nicht, muss also selbst vorsorgen und rechnen, dass das Geld am Ende reicht. Wenn man eigenes Kapital eingebracht und sich finanziell verpflichtet hat, ist zudem oft auch Privatvermögen – z.B. eine Immobilie – als Sicherheit hinterlegt. Im Falle des Misserfolges riskiert der Unternehmer viel. Wie gibt er dieses Risiko nun an den Nachfolger weiter?
Nicht zuletzt muss nicht nur derjenige, der das Unternehmen abgibt, über Ausgleichszahlungen oder Verkauf versorgt sein, auch muss genug aus dem laufenden Geschäft übrig bleiben, dass der Nachfolger nicht nur davon „leben“, sondern auch vorsorgen und sich gegen Risiken absichern kann. Erfolge abschätzen und Risiken einkalkulieren – ist das A und O eines nachhaltigen Unternehmertums.

erstellt am: 25.04.2017 | von: Martin Himmelsbach
Kategorie(n): Allgemein, Betriebswirtschaftliche Beratung & Analyse, Existenzgründung

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