Blog Events Kanzlei Online Rückruf

Seit über 60 Jahren beraten wir erfolgreich in Fragen rund um Steuern, Unternehmertum und Finanzen – inzwischen in dritter Generation.
Standort Lahr
Standort Seelbach

+

Die Corona-Krise hat auch Auswirkung auf die Ausbildung in diesem Jahr. Betriebe, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, bekommen nun eine Prämie, wenn sie ihr Ausbildungsniveau dennoch halten. Auch Unternehmen, die Azubis aus Unternehmen übernehmen, die Corona-bedingt insolvent gehen, sollen gefördert werden, ebenso wie Betriebe, die bei der Ausbildung auf Kurzarbeit verzichten, obwohl sie erheblichen Arbeitsausfall haben. Was die Voraussetzungen im Rahmen der „Ersten Förderrichtlinie für das Bundesprogramm Ausbildungsplätze sichern“ sind und wer die Prämie bekommen soll, lesen Sie hier.

Wer kann Prämien erhalten?

Unternehmen, die im 1. Halbjahr 2020 aufgrund der Corona-Krise mindestens einen Monat Kurzarbeit anmelden mussten oder die in den Monaten April und Mai 2020 Umsatzeinbrüche von mind. 60% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen, gelten als „erheblich von der Krise betroffen“. Für diese kommen daher die Ausbildungsprämien in Frage, die einen zusätzlichen Anreiz bieten sollen, weiterhin auszubilden. Zudem gilt die Bedingung, dass es sich um ausbildende kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern und mit Sitz in Deutschland handeln muss.

Ebenfalls werden Unternehmen gefördert, welche Ausbildungsverhältnisse übernehmen, die durch die Krise beendet wurden.

Welche Prämien gibt es?

Wenn Unternehmen das Ausbildungsniveau des Vorjahres halten, so sollen sie eine Prämie von 2.000 EUR pro Ausbildungsvertrag erhalten, den sie neu für das Ausbildungsjahr 2020/2021 abschließen.

Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot sogar erhöhen (= Ausbildungsprämie Plus), sollen sogar eine Prämie von 3.000 EUR pro Ausbildungsvertrag erhalten, der über das Durchschnittsniveau der 3 Vorjahre hinausgeht.

Eine weitere spannende Sonderregelung ist der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. Dieser gilt für durch die Krise sehr betroffene Unternehmen, die für Auszubildende und Ausbilder zur Fortführung des Programms keine Kurzarbeit anmelden, obwohl sonst im Unternehmen ein relevanter Arbeitsausfall (mind. 50 %) und auch entsprechend Kurzarbeit vorliegt. Hier soll zunächst befristet bis zum Jahresende ein Teil der Brutto-Ausbildungsvergütung (voraussichtlich 75%) übernommen werden.

Ebenfalls wird es speziell gefördert, wenn Unternehmen Azubis von anderen Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten. Hier soll ebenfalls – befristet bis zum 30. Juni 2021 – eine Prämie von 3.000 EUR pro Azubi vergeben werden. Wenn diese Auszubildende übernehmen, deren Ausbildung im anderen Unternehmen krisenbedingt nicht fortgesetzt werden kann, sollen Unternehmen dann eine Übernahmeprämie erhalten. Hier ist Voraussetzung, dass der übernommene Auszubildende aufgrund der Corona-Krise von seinem bisherigen Ausbildungsbetrieb nicht weiter ausgebildet werden kann, im neuen Unternehmen langfristig beschäftigt wird (über die Probezeit hinaus). Das Unternehmen, das den Azubi übernimmt, muss dagegen nicht durch die Corona-Krise erheblich betroffen sein.

Welche weiteren Voraussetzungen gibt es:

Für alle Prämien bzw. Förderungen gilt: Das Ausbildungsniveau muss mittelfristig gehalten werden, d.h. die Zahl der Ausbildungsverträge muss auch über die Probezeit hinaus konstant bleiben. Hierdurch wird ausgeschlossen, dass Unternehmen viele Azubis einstellen, die Prämie erhalten und danach dann in der Probezeit wieder kündigen.

Zudem muss es sich um förderfähige Berufsausbildungen handeln, also anerkannte Ausbildungen nach Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnung etc. Genaues ist hier nachzulesen in den Förderrichtlinien. Eine Förderung für die Ausbildung von Verwandten ersten Grades und Ehegatten ist ausgeschlossen.

Eine Antragstellung erfolgt voraussichtlich über die zuständige Agentur für Arbeit, per Online-Antrag. Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.
Nähere Details finden sich hier in der Förderrichtlinie:

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3098.html

erstellt am: 05.08.2020 | von: Kanzlei
Kategorie(n): Allgemein, CoronaInfo

Standorte

Standort Lahr
  • Einsteinallee 1/1
    77933 Lahr
  • 07821 / 9 54 94 - 0
  • 07821 / 9 54 94 - 177
  • kanzlei@himmelsbach-streif.de
Standort Seelbach
  • Kinzigtalblick 3
    77960 Seelbach
  • 07823 / 94 97 - 0
  • 07823 / 94 97 - 197
  • kanzlei@himmelsbach-streif.de

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden