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Wieviel ist mein Unternehmen eigentlich wert? | von StB/WP Rudolf Streif

09. Apr. 2017
In manchen Situationen ist es für den Unternehmer interessant zu wissen, was ein Unternehmen eigentlich wert ist: Wenn konkrete Verkaufs- oder Kaufabsichten vorliegen und eine Übergabe bzw. Übernahme schon geplant ist, wenn man „die Fühler“ ausstrecken will, wenn es um das Thema Altersversorgung durch Betriebsveräußerung geht oder auch für steuerliche Zwecke, kann eine Unternehmensbewertung sinnvoll sein.
Als Laie geht man vielleicht davon aus, dass man einmal summiert, was im Unternehmen alles an Vermögen steckt und dann abschätzt, was man dafür bekommen könnte bzw. bezahlen würde. Diese Herangehensweise ist für eine Einzelveräußerung zutreffend –  doch für die meisten Unternehmen ist dieser Ansatz – auch Substanzwert genannt – nicht geeignet. Während der Verkäufer eher die über Jahre hart erarbeitete Substanz in den Vordergrund stellt, geht es für den Käufer vielmehr um das Ertragspotenzial des Betriebs, die Zukunftsprognose.

Den meisten heutigen Ansätzen der Unternehmensbewertung ist gemein, dass die Perspektive eines Kapitalanlegers zugrunde gelegt wird und sodann gerechnet wird, was dieser vom Unternehmen als Rendite erhält. Die zukünftigen Erträge stehen im Mittelpunkt. Diese hängen natürlich auch von den Vermögenswerten – z.B. Gebäuden, Maschinen, Beständen – ab, aber nicht ausschließlich. Vielmehr ist maßgebend, was durch das Geschäftsmodell in der vorliegenden Konstellation mit dem jeweiligen Kundenstamm, Mitarbeiterstamm und den bewährten Arbeitsprozessen an Gewinnen erwirtschaftet werden kann. Nicht zuletzt sind Wettbewerbssituation, Chancen und Risiken, rechtliche und steuerliche Aspekte neben den reinen Finanzzahlen wichtig für die Kaufpreisermittlung.

Bei der Ermittlung des Unternehmenswerts gibt es eine ganze Bandbreite an Verfahren, aber keine klare Vorgabe, welches anzuwenden ist. Überlegt man, was die Anlagealternative des Käufers wäre und vergleicht die Verzinsung auf dem Kapitalmarkt mit der erwarteten Rendite des Unternehmens? Oder kalkuliert man auf Basis aktueller Erträge und einem Faktor, der sich aus dem Vergleich anderer Unternehmen der Branche und der Größe bei Verkauf ergibt? Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Gerade beim Verkauf an externe „Dritte“ unterliegt die Preisfindung letztlich den Gesetzen des freien Marktes. Was ist der Käufer maximal bereit zu zahlen? Was will der Verkäufer mindestens erzielen? Nur wenn die Preisvorstellungen in der Schnittmenge liegen, wird es eine Einigung geben. Das ist die Krux bei der Sache: Geht man mit falschen Wertvorstellungen in den Verkaufsprozess, kann man potenzielle Interessenten vorschnell abschrecken – oder umgekehrt, sich möglicherweise unter Wert verkaufen. „Kenne deinen realistischen Unternehmenswert“ lautet daher unsere Empfehlung. Wir helfen Ihnen gerne bei der Ermittlung.

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